Redaktionssysteme
Leitfaden für Entsche ...
Business Report 2008
Extreme Study Tour
Leser hyperlokal erre ...
User Groups
drupa 2008 für Zeitungen
Chancenreiches Russland
Umweltfreundlich  ...
Mobile Workflows
Suchmaschinen
Bürgerjournalismus
Human Resources
Zeitungsformate
Zeitungsdesign
Qualität
Anzeigen leicht gemacht
CRM
Neue Märkte
RFID
Szenarioplanung
Web 2.0
Digitaldruck
Redaktionelle Reorgan ...
Leitfaden Neue Medien
Workflow
Länderreport Indien
Versandraum
Branding
Automatisierung
Agenturdienste
Druckfarbe & Papier
Ifra - Where publishing lives
Artikel e-mailen Artikel drucken Schrift vergrößern Schrift verkleinern

UV - Interview mit Arnd Riekenbrauck, IST Metz

Arnd Riekenbrauck
Leiter Strategische Planung /
Director Strategic Planning
IST METZ GmbH
Nürtingen, D

IST Metz baut seit 30 Jahren UV-Anlagen, ca. 80% davon sind für den Einsatz im Druckbereich bestimmt (Verpackungsdruck u.a.). IST fertigt die Trockner komplett selbst, inkl. Lampen und Vorschaltgeräten. Arnd Riekenbrauck, Director - Business Unit Web, gibt Auskünfte zur Technik und zum Potenzial von nicht inertisierten UV-Trockungssystemen im Zeitungs-Rollenoffset.

IFRA: Was muss ein Zeitungshaus tun, um dem UV-Druck zum Erfolg zu verhelfen? Worauf kommt es außer der Technik noch an?

Arnd Riekenbrauck: UV als Trocknungstechnologie ist hervorragend dazu geeignet auf Standard-Zeitungspapieren, gestrichenen oder superkalandrierten Papieren eigene oder Fremdbeilagen herzustellen. Als Voraussetzung für einen erfolgreichen Einsatz müssen diese Möglichkeiten im Vorfeld mit den Bedürfnissen des Verlags und des Anzeigenmarketings abgestimmt sein. Beispielsweise ist das Interesse im Zusammenhang mit cross-medialem Publishing von Immobilienanzeigen sehr groß. Hier geht es darum Bildinhalte aus dem Internet in die Zeitung zu bringen. Auch die Inline Produktion von Werbebeilagen zur Vermeidung von Vorlaufzeiten ist ein Punkt der deutlich für die UV-Technologie spricht. Neben diesen Möglichkeiten wird auch die Möglichkeit der eigenen Produktion von hochwertigen Themenbeilagen als interessante Ergänzung gewertet. Wichtig ist, dass die besonderen Möglichkeiten des UV-Verfahrens im Verlag erkannt und umgesetzt werden.

IFRA: Warum glauben Sie, dass das von Ihnen angebotene UV-Verfahren besser für den Zeitungsdruck geeignet ist als andere UV-Verfahren/Systeme (das Verfahren mit Stickstoff-Einsatz oder das luftgekühlte Verfahren)?

Arnd Riekenbrauck: IST METZ ist seit nunmehr dreißig Jahren im Bereich der UV-Härtung für den grafischen Bereich tätig. Alle von Ihnen aufgeführten Anlagenvarianten sind Bestandteil unseres Produktportfolios. Aufgrund von mehreren Tausend installierten Systemen haben wir in der Konstruktion und dem Betrieb sowohl von inertisierten Systemen, die wir in die Bereiche Food-, Pharma und Converting liefern, als auch im Betrieb von nicht inertisierten Systemen umfangreiche Praxiserfahrungen erworben. Diese schlagen sich aufgrund der Produktionsbedingungen in einer Zeitungsrotation und den dortigen Anforderungen an Betriebssicherheit, Lebensdauer, Arbeitsplatzgestaltung und Betriebskosten in unserer Empfehlung für ein nichtinertisiertes und wassergekühltes System nieder. Deutlicher Vorteil dieser Bauweise ist der sehr zuverlässige und mit niedrigen Betriebskosten verbundene Betrieb. Desweiteren erfolgt kein Eingriff in die Bahnführung und die Bahnspannung in der Maschine.

IFRA: Welche max. Bahngeschwindigkeit (m/s) ist möglich, um eine für die weitere Verarbeitung ausreichende Aushärtung der Druckfarbe zu gewährleisten (bei einer Lampe pro Bahnseite)? Ist eine Erhöhung der Bahngeschwindigkeit durch Hinzufügen weiterer Lampen möglich?

Arnd Riekenbrauck: Die in heutigen Zeitungsrotationen notwendigen Geschwindigkeiten können durch die angepasste Auslegung der UV-Trockner realisiert werden.

IFRA: Welche Wattleistung hat eine UV-Lampe und über welche Lebensdauer verfügt sie?

Arnd Riekenbrauck: Die Wattleistung ermöglicht nur eine bedingte Aussage über die Gesamteffektivität des Systems. IST Metz ist der einzige UV-Anlagenhersteller der alle wesentlichen Komponenten des UV Systems wie Vorschaltgeräte, Lampen und Reflektoren im eigenen Haus aufeinander optimiert entwickelt und herstellt. Dabei legen wir den Schwerpunkt auf die Gesamteffizienz des Systems, und diese ist im Ergebnis entscheidend. Die elektrische Leistung allein, die bei der von uns angebotenen Lösung 200 W/cm beträgt, trifft hierüber keine genaue Aussage.


IFRA: Welche maximale Länge kann eine UV-Lampe haben?

Arnd Riekenbrauck: Wir liefern Lampenlängen bis 2,30 Meter mit elektronischem Vorschaltgerät.


IFRA: Gibt es eine Möglichkeit, auch breitere Bahnen (für doppel- und dreifachbreite Rotationen) zu trocknen? Wenn ja, wie ist das technisch gelöst, um eine gleichmäßige, nahtlose Bestrahlung/Aushärtung zu gewährleisten?

Arnd Riekenbrauck: In axialer Richtung kaskadierte Trocknungsanlagen für die Aushärtung von UV-Farben und Lacken im industriellen Bereich werden von uns bis zu einer Breite von 6000 mm hergestellt. Die für diesen sehr qualitätskritischen Bereich entwickelten Lösungen sind auch auf den Einsatz im Zeitungsdruck übertragbar.

IFRA: Mit welchen ungefähren Investitionskosten müsste ein Zeitungskunde rechnen, der einen doppelbreiten Achterturm (Gummi-Gummi) mit UV-Trocknern ausstatten und mit Bahngeschwindigkeiten von ca. 10 m/s fahren möchte.

Arnd Riekenbrauck: Diese Frage ist projektgebunden zu analysieren. Entscheidend ist, ob es sich um die Ausrüstung ab Werk oder eine Nachrüstung handelt, wobei die Investition in die Trockner nur ein Bestandteil der Gesamtinvestition ist. Neben den Trocknern ist die Investition in Drucktücher, geeignete Walzen und eine geeignete Farbversorgung zu berücksichtigen.

IFRA: Wann ist UV-Trocknung für den Einsatz in einer Zeitungsrotation vorteilhafter als Heatset?
Was wären die idealen Bedingungen?
- Auflagen/Betriebsstunden pro Tag vs. Stillstandszeiten
- dedizierter Turm vs. Umwaschen
- Materialkosten
- Energieverbrauch

Arnd Riekenbrauck: Der entscheidende Vorteil der UV-Tocknung liegt in der Möglichkeit der kompakten Integration in Zylinder- oder Gummi/Gummi Maschinen begründet. Hierdurch ist es möglich, dem Zeitungsdrucker mit geringem Aufwand und ohne Genehmigungsverfahren eine hochqualitativen Trocknung zu ermöglichen. UV-Trockner benötigen nur sehr kurze Anlaufzeiten, sodass die sofortige Trocknung bei Druckbeginn möglich ist. Produktabhängig ermöglicht dieser Vorteil vor allem bei niedrigen bis mittleren Auflagen einen sehr wirtschaftlichen Einsatz dieser Technologie im Vergleich zu anderen Trocknungsverfahren. Im hochauflagigen Bereich ist der Heatset aufgrund der niedrigeren Farbkosten dann unter heutigen Voraussetzungen attraktiver.

IFRA: Welche neuen Projekte haben sich für IST Metz in den letzten Monaten ergeben?

Arnd Riekenbrauck: Hier möchten wir mit Rücksicht auf unsere Kunden keine Aussage treffen. Diese möchten die Installation selbst bekanntgeben. Wir bitten um Verständnis, dass wir keine Kundennamen in der Projektphase angeben.

Page first published: 29.04.2008

Try IFRA Magazine ePaper today!IFRA Directories 2009