Eine ganze Reihe von Zeitungen bieten bereits Video-Inhalte an, sowohl auf ihren Websites als auch über ihre Mobile-Publishing-Plattformen. Aus geschäftlicher (und CMS-) Sicht gilt es, die eigene Reichweite am Markt wirksam zu nutzen, wenn man den möglicherweise schwierigen und kostenaufwendigen Schritt in Richtung Video/Web-TV gehen will.
Martijn Garretsen, Business Development Manager bei Blue Billywig, einem niederländischen Entwickler von integrierten Web-Video-Lösungen, erklärt hierzu:
„Es ist wichtig, im Voraus den Business Case abzuklären. Sprechen Sie mit Werbeagenturen; versuchen sie, Gespräche mit Nutzern zu arrangieren, und nehmen Sie kontinuierliche Verbesserungen vor, indem sie die Einhaltung Ihrer Ziele messen. Es wird künftig deutliche Verlagerungen dahingehend geben, wofür die Leute ihre Zeit verwenden, und die Zeitungsunternehmen sind in einer guten Ausgangsposition, sich ein großes Stück von diesem Kuchen zu sichern. Der Online-Video-Markt wird sich aus einer Vielzahl von Nischen zusammensetzen, und Zeitungsunternehmen müssen in der Lage sein, viele verschiedene Nischen im Rahmen des sogenannten ‚Long-Tail-Publishing’ zu bedienen (Anm. d. Red.: nach der Long-Tail-Theorie von Anderson zur Gewinnerzielung durch eine große Anzahl von Nischenprodukten). Für ein kleineres Publikum bzw. Nischenmärkte lassen sich neue Geschäftsmodelle erstellen. Ein Beispiel hierfür: Sie können alle Ihre Inhalte über Autos zur Weiterverwertung zusammenstellen und einen Nischenkanal für Auto-Fans einrichten. Es ist davon auszugehen, dass diese kleinen Nischen in der Gesamtheit einen großen Markt bilden werden. Entscheidend für Zeitungen ist, beide Modelle im Blick zu haben: Zum einen die große Reichweite durch Bedienung der Massen und zum anderen die Bedienung zahlreicher Nischen durch (Weiter-)Veröffentlichung geeigneter Inhalte.”
Cecilia Campbell, Ifra-Korrespondentin