Redaktionssysteme
Leitfaden für Entsche ...
Business Report 2008
Future Press
Extreme Study Tour
Leser hyperlokal erre ...
User Groups
drupa 2008 für Zeitungen
Chancenreiches Russland
Umweltfreundlich  ...
Mobile Workflows
Suchmaschinen
Bürgerjournalismus
Human Resources
Zeitungsformate
Zeitungsdesign
Qualität
CRM
Neue Märkte
RFID
Szenarioplanung
Web 2.0
Digitaldruck
Redaktionelle Reorgan ...
Leitfaden Neue Medien
Workflow
Länderreport Indien
Versandraum
Branding
Automatisierung
Agenturdienste
Druckfarbe & Papier
Ifra - Where publishing lives
Artikel e-mailen Artikel drucken Schrift vergrößern Schrift verkleinern

Panorama-Anzeigen bei El Tiempo in Kolumbien

Ubaldo Vidal
Produktionsleiter
El Tiempo, Kolumbien

Vor zwei Jahren investierte der kolumbianische Verlag Casa Editorial El Tiempo, der die Tageszeitung El Tiempo herausgibt, in Zusatzausrüstung von Innotech für die Produktion von posterartigen Anzeigen im Super­panorama­format. Produktionsleiter Ubaldo Vidal Suárez erläutert die technischen Anforderungen für die Installation einer solcher Anlage und die Implikationen der Nutzung.

zeitungstechnik: Sie haben 2005 Ihre Goss-Rotationsmaschine mit einer Zusatzeinrichtung von Innotech für die Produktion von Poster-Anzeigen im Panoramaformat ausgerüstet. Welche technischen Voraussetzungen müssen für einen solchen Schritt gegeben sein? Lohnt sich die Investition in eine solche Einrichtung in wirtschaftlicher Hinsicht?

Ubaldo Vidal: Aus technischer Sicht sind verschiedene Anforderungen zu berücksichtigen. Um eine optimale Nutzung sicherzustellen, ist es empfehlenswert, über eine doppelbreite Rotationsmaschine mit einer Zylinderbreite von über einem Meter zu verfügen. Die Mindestbreite liegt bei 1,27 m. Der Plattenzylinder muss so ausgelegt sein, dass die Platten in gerader Linie, also nicht versetzt, montiert werden. Außerdem muss genügend Platz für die Installation des Vorfalzaggregats zwischen dem Bahnauslauf des Druckturms und dem Falzapparat vorhanden sein.

Wichtig ist überdies eine Schulung, damit alle am Produktionsprozess Beteiligten die neue Option kennen und nutzen. Dazu gehört auch, dass die Anzeigen­verkäufer geschult werden, damit sie den Werbe­treibenden die neuen Möglichkeiten erläutern können. Diesen Punkt betone ich deshalb ganz besonders, da wir dies in unserem Fall nicht konsequent gemacht haben, was dazu geführt hat, dass diese Option nicht von Anfang an entsprechend verkauft wurde. Auch die Druck­maschinen­bediener müssen geschult werden, damit sie sich mit der Bedienung vertraut machen und das „Poster“ zusammen mit der Zeitung produzieren können.

Für uns war die Investition ein Erfolg; sie hat uns erlaubt, eine neue Werbeform anzubieten. Diese „Poster“ sind auffälliger als eine herkömmliche Beilage, da sie in die Zeitung selbst integriert sind, sodass gewährleistet ist, dass alle Leser mit diesem Werbemittel Kontakt haben. Außerdem haben wir uns als die Zeitung profiliert, die den Werbekunden die meisten innovativen Optionen bietet. Somit sind wir als bevorzugter Partner anerkannt, wenn es um Werbekampagnen geht, die sich vom Üblichen abheben.

zt: Erfolgt der Druck dieser Anzeigen auf normalem Zeitungsdruckpapier oder auf aufgebessertem Papier? Ist die Produktion von Panorama-Anzeigen teuer und werden diese darum nur von großen und bedeutenden Zeitungen wie El Tiempo angeboten?

U. Vidal: Für die Produktion dieser Anzeigen nutzen wir 45-g/qm-Zeitungspapier sowie aufgebesserte Papiere mit 52 und 62 g/qm und einem Weißgrad von ISO 70 und darüber. Was den Preis betrifft, sollte man mehr die Wirksamkeit der Anzeige als die Produktionskosten bedenken. Zwar ist der Preis für solche Panorama-Anzeigen höher als für ganzseitige Anzeigen, doch bieten diese auch mehr Vorzüge als andere Formen der Printwerbung. Unabhängig von der Größe der Zeitung glaube ich, dass ein solches Zusatzaggregat angesichts seiner Flexibilität bei jeder Zeitung eingesetzt werden kann, deren Rotationsmaschine die oben genannten Anforderungen erfüllt.

zt: In vielen Zeitungen gibt es Probleme mit der Redaktion und auch mit der Anzeigenabteilung, wenn es um Neuerungen geht, die in der Druckerei realisiert werden – möglicherweise aus Unkenntnis. Wie war das bei El Tiempo? Gab es kritische Stimmen oder waren alle damit einverstanden, diese neue Art von Anzeigen anzubieten?

U. Vidal:
Unsere Vertriebsabteilung war schon immer an neuen Möglichkeiten interessiert, die sie ihren Kunden anbieten könnten. Darum stehen sie allem Neuen aufgeschlossen gegenüber. Meine einzige Empfehlung in diesem Zusammenhang lautet, die Anzeigenverkäufer sehr gut zu schulen, damit die entsprechenden Informationen auch rasch und wirksam bei den Anzeigenkunden ankommen.

zt: Welche Anzeigenkunden zeigen sich Ihrer Erfahrung nach am stärksten an diesen neuen Formaten interessiert? Werden häufig Werbeanzeigen im Panoramaformat gebucht?

U. Vidal: Diejenigen Verlagsunternehmen, die daran interessiert sind, die Anzeigenkunden im großen Stil anzusprechen, dürften die ersten sein, die sich für diese technische Option interessieren, doch es lassen sich auch Vertriebsstrategien anwenden, um die weniger großen Werbekunden zu erreichen. In unserem Unternehmen wurde bedingt durch die 2005 erfolgte Anschaffung der Innotech-Einrichtung eine neue Dynamik ausgelöst. Das technische Team aus Druck­maschinen­bedienern und Wartungskräften hat zwei neue Ein­rich­tungen konstruiert und eingeführt, mit denen sich andere Falz­arten realisieren lassen als mit der Innotech-Anlage. Damit haben wir eine Arbeits­dynamik geschaffen, die die Einführung neuer Optionen für die Anzeigen­kunden erleichtert.

Das Interview führte Mari Pascual.


Page first published: 18.09.2007

Try IFRA Magazine ePaper today!IFRA Directories 2009