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Klassische Duelle: InDesign in Russland im Vorteil

Mikhail Shubin, Leiter Medienautomatisierung, Teren

Interview mit Mikhail Shubin, Leiter Medienautomatisierung, Teren. Teren ist ein auf Medienlösungen spezialisierter Systemintegrator in Russland.

IFRA: Wie stehen die Mac- und Windows-Plattformen in der russischen Zeitungsverlagsbranche im Wettbewerb zueinander?

Mikhail Shubin: Die Situation bildete sich vor etwa zehn Jahren heraus, als sich Mac zur bevorzugten Publishing-Plattform entwickelte. Es war nicht nur eine Frage der Produktqualität, sondern es ging auch um das Prestige. Die Verlage in Moskau wollten ihre höhere Professionalität unterstreichen. Heute ist Mac bei den großen Verlagsgruppen wie Komsomolskaya Pravda oder Vedomosti daily, einem Gemeinschaftsunternehmen von Financial Times, The Wall Street Journal und Moscow Times, nach wie vor eine beliebte Ausrüstung. Die Regionalzeitungsverlage hingegen bevorzugen meist die PC-Plattform.

IFRA: Wie ist der derzeitige Trend?

M. Shubin: Landesweite Statistiken sind schwer zu bekommen. Mein persönlicher Eindruck ist, dass eine Reihe von Moskauer Verlagen, meist aus wirtschaftlichen Erwägungen, von Mac auf PC umsteigen. PCs sind in der Anschaffung und Wartung immer noch günstiger. Ich kann jedoch auch einen großen Zeitschriftenverlag nennen, der eine Umstellung auf Windows in Betracht zog. Aufgrund des Widerstandes vonseiten der Layouter, die eine starke Neigung zu Apple hatten, nahm der Verlag von dieser Idee jedoch letztlich Abstand. Hätte das Unternehmen nur wirtschaftliche Aspekte in Betracht gezogen, wären ihm wahrscheinlich seine maßgeblichen Gestalter verloren gegangen.

IFRA: Wie ist der russische Markt zwischen QuarkXPress und Adobe InDesign aufgeteilt?

M. Shubin: QuarkXPress genoss bei den in Moskau ansässigen Verlagen lange Zeit eine führende Stellung. Mangels einer angemessenen „Russifizierung“ verlor das Produkt jedoch allmählich Marktanteile an InDesign. QuarkXPress 4.1 verfügte ursprünglich über gute russische Sprachpakete, die von den Unternehmen Textar und Maximum vor Ort entwickelt wurden. Diese Sprachpakete funktionierten bis zu einem gewissen Grad auch noch bei der Version 5, aber nicht mehr richtig bei der Version 6. InDesign, das über fortschrittlichere Sprachoptionen verfügte, gewann so in Moskau die Oberhand.

IFRA: Wie sieht es heute aus?

M. Shubin: QuarkXPress 7.3 unterstützt nun die russische Sprache und funktioniert besser als InDesign. InDesign zog zwar Gewinn daraus, dass QuarkXPress 5 OS X nicht unterstützte, doch dies ist nun nicht mehr der Fall. Der Preis war auch ein Thema, bis Quark vor Kurzem – herausgefordert von der Adobe Creative Suite, die auch InDesign beinhaltet - die Preise seiner Produkte senkte und QuarkXPress damit viel kostengünstiger für Verlage machte, die auch Illustrator und Photoshop einsetzen. All diese Elemente zusammen machen QuarkXPress nun zur besseren Option. Ich denke der Trend des Marktes hin zu InDesign wird sich nun wahrscheinlich abschwächen oder zum Stillstand kommen.

Das Interview führte IFRA-Korrespondent Alexei Pankin.

Page first published: 11.03.2008

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