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Story-Planungstools: Interview mit Steve Ball, EidosMedia


Steve Ball ist US-Marketingdirektor beim Systemanbieter EidosMedia, der die Multimedia-Publishing-Lösung Méthode entwickelt und vertreibt. Bevor Ball auf die einzelnen Fragen einging, erläuterte er kurz die Entwicklungsgeschichte des Méthode-Planungstools.

„Vor vier oder fünf Jahren wandte sich das EidosMedia-Entwicklungsteam der Konzeption eines Tools zu, das die Planung und Ressourcen-Zuteilung für eine medienübergreifend angelegte Nachrichten-Berichterstattung ermöglichen sollte. Dank Méthodes objekt­orientierter Datenbank-Struktur war dies keine schwierige Aufgabe: alle Komponenten für die Erstellung einer Story – Agenturmeldungen, Media Assets, Web-Links, Aufgaben und Aufträge – waren als Objekte bereits in der Méthode-Datenbank vorhanden. Benötigt wurde ein „Front-End“, das es ermöglichen sollte, all diese Elemente zu „Themen“ – als Vorläufer der eigentlichen Story - zusammenzustellen und die Entwicklung dieses Themas von den ersten Aufträgen an einzelne Teammitglieder bis hin zur Veröffent­lichung der fertigen Story über einen oder mehrere Medienkanäle zu verfolgen.

Das Ergebnis war Méthode NewsPlanning – das erstmals 2006 eingesetzt wurde. Die Effizienz von NewsPlanning liegt darin, dass es sich nicht um eine separate, externe Anwendung handelt. Das Programm greift auf dieselben Ressourcen zurück wie der redaktionelle Workflow selbst und bietet diese in einer klaren und übersichtlichen Form dar.“

IFRA: Was erwarten Redaktionsmanager heutzutage von ihren Planungslösungen?

Steve Ball: Redaktionsmanager benötigen ein leistungsfähiges Tool, mit dem sie „auf einen Blick“ ihre sämtlichen Inhalte für alle Kanäle planen, erstellen und verwalten können – mit einfachen Detaillierungsfunktionen, um gezielt kanalspezifische Planungs­daten und Themenplanungen aufrufen zu können.

Eine einfache Navigation von Makro- auf Mikro-Ebene und umgekehrt ist entscheidend für die Leistungsfähigkeit einer Planungslösung. Méthodes Lösung mit einer gemeinsamen Arbeitsebene soll eine rasche Detaillierung ermöglichen, ohne dabei den Gesamt­überblick über den aktuellen Status zu verlieren.

IFRA: Was macht die Nutzung Ihres Systems so einfach, dass ein außerhalb der Redaktion arbeitender Reporter jederzeit Zugriff auf seine Story, Themenplanung, Aufträge usw. hat und diese aktualisieren kann?

St. Ball: Reporter können von überall über eine Internet- oder Mobilfunkverbindung zugreifen, dank eines browserbasierten Zugangs zu einem großen Teil der Wissens-Management- und Bearbeitungsfunktionen des Redaktionssystems. Reporter vor Ort haben Zugriff auf alle Ressourcen der Produktionsumgebung wie Agenturmeldungen, archivierte Artikel und laufende Arbeiten, sie können Aufträge entgegennehmen und Artikel erstellen und freigeben – und das alles unter kompletter Einbindung in die Workflow-Steuerung.

IFRA: Welche Art von Überblick bietet Ihre Lösung Redakteuren und Reportern, die für multimediale Storypakete arbeiten?

St. Ball: Ausgangspunkt für die Themenplanung ist eine Art gemeinsames „Schwarzes Brett“ für ein Austausch über mögliche redaktionelle Themen. Hier lassen sich Themenlisten anlegen und später auch zusammenführen. Themen können von einer Liste in eine andere verschoben werden.

Sobald sich Themen zu konkreten Storys weiterentwickeln und Informationen über erteilte Aufträge, Ressourcen, Termine, Platz auf der Seite etc. hinzukommen, bietet die NewsPlanning-Ansicht einen umfassenden Überblick über den redaktionellen Prozess für alle Medienkanäle und Ausgaben – und ergänzt somit die konventionellere Seitenplan-Ansicht.

Die Anwender können zwischen den beiden Ansichten problemlos hin- und herschalten. Wenn man auf eine Story in der Themenplanung klickt, gelangt man auf die Seite, wo der Artikel erscheinen wird; und wenn man auf eine Story auf einer Seite klickt, geht die zugehörige Themenplanung auf.

IFRA: Inwiefern hat sich die Entwicklung der letzten Monate auf Verlage ausgewirkt, die nach neuen Lösungen suchen, insbesondere unter dem Aspekt, dass viele Redaktionen vor der großen Herausforderung stehen, ihre redaktionellen Aufgaben mit drastisch reduziertem Personal zu bewältigen? Uns ist aufgefallen, dass einige Anbieter von Redaktionssystemen betonen, wie sehr ihre Systeme zur Effizienzsteigerung beitragen. Redaktionsverantwortliche, die sich nach neuen Systemen umsehen, möchten daher vermutlich wissen, wie sie fehlende Kapazitäten durch Technologie so weit wie möglich kompensieren können.

St. Ball: Es ist unserer Ansicht nach mit erheblichen Kosten verbunden, separate Systeme für Planung, Print und Online aufrechtzuerhalten. Die moderne Redaktion von heute erfordert die kontinuierliche Entwicklung einer Story von der Planung bis hin zur Verbreitung über unterschiedliche Medienkanäle und die Möglichkeit, Nutzerfeedback in die Planung einfließen zu lassen. Separate Systeme und Workflows zu betreiben, verursacht überflüssige Kosten, nicht nur in organisatorischer Hinsicht, sondern auch in technischer: mehrere Systeme für unterschiedliche Zwecke zu betreiben, ist auf jeden Fall mit zusätzlichen Kosten verbunden.

Eine gemeinsame Lösung, die von vornherein für eine medienkonvergent arbeitende Redaktion konzipiert ist, wie beispielsweise Méthode, bietet den Vorteil niedriger IT-Kosten und geringerer organisatorischer Kosten.

Mit einem medienkonvergent angelegten System lassen sich natürlich auch andere, sonst separate Tätigkeiten leichter einbinden, was die TCO (Total Cost of Ownership) senkt. Wenn beispielsweise eine hochaktuelle Nachrichtenstory die Einplanung eines Videos erfordert, kann dieses mit Méthode sofort (und automatisch!) online veröffentlicht werden, sobald es verfügbar ist.

Viele der in Méthode verfügbaren Funktionalitäten zielen auf eine Automatisierung der redaktionellen Prozesse ohne Qualitätseinbußen – durch geeignete und gründliche Planung. Ein automatisches Layout und Update von Web-Storys ermöglicht beispiels­weise die Erstellung ansprechender und personalisierter Seiten für Online-Nutzer ohne großen Personalaufwand.

Dahinter steht eine einfache Philosophie: Durch die Automatisierung von Routine­aufgaben mit medienkonvergenter Planung und Content-Erstellung für unterschiedliche Verbreitungskanäle entlastet Méthode das Personal und trägt zur Aufwertung des Contents bei.

IFRA: Die Preisgestaltung ist derzeit sicherlich eine echte Herausforderung, angesichts der Tatsache, dass die Zeitungen finanziell unter Druck stehen und sich einen zu hohen Preis einfach nicht leisten können. Wie reagieren Sie in dieser schwierigen Situation?

St. Ball: Durch die derzeitige Finanzkrise wird die Notwendigkeit zur Weiterentwicklung für die Verlagsunternehmen noch dringender denn je.

Alte Technologien (Upgrades oder das Zurechtkommen mit vorhandenen Systemen) sind vielleicht billiger, aber nur kurzfristig: Wettbewerber, Kunden und Geldgeber werden die Probleme bald erkennen – mit offenkundigem Ergebnis.

Viele Méthode-Nutzer haben festgestellt, das das System ihnen eine solide Basis bietet, um die für das eigene Überleben notwendigen organisatorischen Veränderungen vorzunehmen. Sie profitieren also nicht nur von einer kurzen Amortisationsdauer, sondern auch von einem Multiplikatoreffekt. Eine flexiblere Technologie unterstützt die Schaffung neuer Produkte, um den veränderten Marktbedingungen Rechnung zu tragen.

IFRA: Man hört, dass verschiedene Anbieter ihr Geschäft diversifizieren, z.B. indem sie sich stärker dem Zeitschriftenmarkt zuwenden, Lösungen an Banken, Regierungs­behörden etc. verkaufen, die zunehmend Bedarf an einer Veröffentlichung ihrer Informa­tionen haben. Denkt man in Ihrem Unternehmen ebenfalls darüber nach? Wenn ja, was sind die Hauptgründe und welches Potenzial sehen Sie hier?

St. Ball: Das ist ein ausgezeichneter Punkt. EidosMedia kann tatsächlich eine Reihe von Kunden und potenziellen Interessenten außerhalb der traditionellen Zeitungsbranche vorweisen. Méthode wurde als absolut kanalneutrales System entwickelt und eignet sich für alle Unternehmen, die Informationen verwalten, erstellen und gemeinsam nutzen müssen – und das gilt heute für viele Unternehmen.

So wird Méthode vom internationalen Vermögensverwaltungsunternehmen AllianceBernstein für die Publikation seiner großen Vielzahl von Finanzberichten und Marktanalysen sowohl in Print als auch in elektronischer Form eingesetzt.

Für die Méthode-Lösungen interessieren sich auch internationale Hersteller, die einen großen Bestand an Benutzerhandbüchern und Produktdokumentationen in mehreren Sprachen vorhalten müssen. Sobald eine gewisse Größe erreicht ist, lässt sich ein solcher Informationsbestand nicht langer mit Standard-Office-Anwendungen verwalten: Hier ist der strukturierte Workflow eines echten „Profi“-Publishing-Systems wie Méthode von Vorteil.

IFRA: Inwieweit sind Ihre Planungstools auf die spezielle Zielgruppe der Herausgeber zugeschnitten, die Sie ansprechen möchten, d.h. was bieten Sie bzw. was können Sie einer Publikation mit einer Auflage von 15.000 Exemplaren bieten, im Unterschied zur Publikation einer großen Mediengruppe?

St. Ball: Normalerweise denkt man, dass die Bedürfnisse einer großen Mediengruppe und einer kleineren Publikation unterschiedlich sind, doch eigentlich haben beide ähnliche Anforderungen, auch wenn es Unterschiede hinsichtlich der Inhalte und des zu bewältigenden Volumens gibt.

Alle Publishing-Unternehmen benötigen einen allgemeinen Überblick über die verfügbaren Inhalte, die Planungen, die damit verbundenen Informationen – und eine einfache Möglichkeit, diese Inhalte zu nutzen und zu bearbeiten.

Méthode wird für das Management großer Informationsbestände internationaler Medienportfolios ebenso eingesetzt wie bei regionalen Medienunternehmen, beispiels­weise bei der italienischen Regionalzeitung Il Secolo XIX in Genua. Hier werden über die Méthode-Plattform Print-Ausgaben, Web- und Mobile-Inhalte abgewickelt und sogar Sendepläne für den angeschlossenen lokalen Radiosender erstellt. In Kürze wird Il Secolo das neue Web-CMS Méthode Portal Server in Betrieb nehmen.

„Klein“ bedeutet also nicht unbedingt „mit eingeschränkten Möglichkeiten“.

EidosMedia website

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