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Saarbrücker Zeitung testet APL-Plattenwechselroboter

Gerhard Leibrock
Manager Newspaper Printing
Saarbrücker Zeitung

Zur IFRA Expo im vergangenen Jahr wurde der APL-Roboter erstmals für den Einsatz an Zeitungsrotationen vorgestellt. Seit einigen Monaten wird er in Saarbrücken an einer doppelbreiten Colorman-Rotation mit zwei Platten im Umfang getestet. IFRA fragte Gerhard Leibrock, Leiter Zeitungsdruck bei der Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei GmbH nach seinen Erfahrungen.

IFRA: Sie setzen in Ihrer Druckerei den APL-Plattenwechselroboter von manroland ein. Seit wann genau?

Gerhard Leibrock: Von Januar bis März 2008 wurden die beiden Roboterarme installiert und in Betrieb genommen, seit April 2008 werden diese in der Produktion eingesetzt.

IFRA: Kann man von einem Einsatz unter Produktionsbedingungen sprechen?

G. Leibrock:
Absolut. Der tägliche Einsatz liefert den Beweis.

IFRA: Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit dem APL gemacht? Gab es bzw. gibt es technische Schwierigkeiten (welcher Art)?

G. Leibrock: Technische Schwierigkeiten im Sinne von langen Ausfällen kamen nicht vor. Die Anlage wurde als Beta-Installation zum Praxistest und zu Optimierungszwecken eingebaut; da gibt es natürlich am Anfang kleine Aussetzer und technische Anpassungen. Solche Aussetzer zu Anfang wurden von manroland-Mitarbeitern durch Anpassungen und Optimierungen behoben. Die gesamte Installation und Inbetriebnahme bewegte sich in einem überraschend geringen Maß ganz normaler Anlaufthemen.

IFRA: Wurde der APL in die Maschinensteuerung integriert, d.h. können Sie ihn über den Leitstand steuern/überwachen?

G. Leibrock: Die Leitstandsfunktionalität war bei uns durch die Vorgängerversion PPL (Anm. d. Red.: Power Plate Loading von manroland) schon zum Teil gegeben. Der tatsächliche Startbefehl erfolgt momentan in dieser Beta-Installation direkt am Druckwerk; im Endausbau wird der Startbefehl natürlich am Leitstand gegeben.

IFRA: Wie viele Druckzylinder (Anzahl Platten) werden von dem APL bedient und wie lange dauert der komplette Wechselvorgang?

G. Leibrock: Wir bedienen mit 2 APL-Armen eine komplette untere H-Druckeinheit. Für den Wechsel von 32 Platten (vier Plattenzylinder à acht Platten) benötigen wir zurzeit noch etwa 200 Sekunden.

IFRA: Wenn alle Druckeinheiten mit APLs ausgestattet wären, wie viel Zeitgewinn würde Ihnen das einbringen? Würden Sie damit Personal einsparen können?

G. Leibrock: Wir drucken in der Nacht drei Tageszeitungen, eine davon mit 12 Editionen auf zwei Sektionen. Für einen Plattenwechsel benötigen wir derzeit zwischen 5 und 15 Minuten (128 Platten), natürlich je nach Anzahl der Wechselplatten. Mit APL erwarten wir eine Verringerung dieses Wertes auf 3 Minuten - egal wie viele Platten zu wechseln sind. Dadurch ergibt sich ein Zeitvorteil von über 30 Minuten, der einer höheren Aktualität, einer früheren Zustellung, weiterer Editionen oder zusätzlicher Fremdaufträge zugute kommt. Die Frage der Personaleinsparung hängt immer von den individuellen Gegebenheiten ab. Hier würde sicher eine Erweiterung im Bereich der Druckplattenlogistik weitere Potenziale bieten.

Page first published: 07.10.2008

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