Stefan Krause zum Thema Umweltmanagement bei Madsack
Stefan Krause
Umweltschutzbeauftragter
Verlagsgesellschaft Madsack
Hannover.
Die Verlagsgesellschaft Madsack engagiert sich seit vielen Jahren für den Umweltschutz und erzielt beachtliche Erfolge, auch ohne Öko-
IFRA: Seit wann engagiert sich Madsack systematisch für Umweltverträglichkeit in der Zeitungsproduktion?
Stefan Krause: Umweltschutz hat bei der Verlagsgesellschaft Madsack eine lange Tradition. Die Stelle des Umweltschutzbeauftragten gibt es seit 1993.
IFRA: Sie haben ein eigenes Umwelt-
Stefan Krause: Wir beteiligen uns an dem ÖKOPROFIT -
IFRA: Warum haben Sie sich gegen eine Umweltzertifizierung entschieden?
Stefan Krause: Wir sind von dem programmatischen Ansatz von ÖKOPROFIT überzeugt. Wir haben weniger Dokumentationsaufwand zu betreiben als bei den groß angelegten Zertifizierungen und es fallen auch weniger Kosten an. Einen Vorteil sehen wir auch in dem Austausch mit anderen Unternehmen hier aus der Region Hannover, mit denen wir beispielsweise gemeinsame Aktionen vor Ort durchführen.
IFRA: Aktionen welcher Art?
Stefan Krause: Vor Kurzem haben wir eine Plakatserie entwickelt. Es handelte sich um neun verschiedene Plakate zur Information der Mitarbeiter, die gemeinsam erstellt und dann in allen beteiligten Unternehmen aufgehängt wurden. Sie sollen zu umweltbewusstem Handeln in der Büroumgebung anregen, Themen sind Heizung, Beleuchtung, Stand-
IFRA: Gibt es in Ihrem Haus Mitarbeiter, die sich speziell um Umweltfragen kümmern?
Stefan Krause: Wir haben ein Umweltteam, in dem Kollegen und Kolleginnen aus dem Bereich Arbeitsicherheit, Technische Dienste, Liegenschaften und Zentraleinkauf vertreten sind. Weitere Mitarbeiter aus den verschiedenen Abteilungen werden jeweils projektbezogen mit eingebunden. Das funktioniert gut und ist effektiv.
IFRA: Können Sie uns ein paar konkrete Resultate Ihrer Umweltarbeit nennen?
Stefan Krause: Ja, im Energiebereich haben wir jährliche Einsparungen in Höhe von 1 Mio. Kilowattstunden erzielt. Und durch Recycling von Reinigungsmitteln sparen wir jährlich über 10.000 Liter Lösemittel ein. Auch bei der Druckplattenentwicklung reduzieren wir durch Filtration den Verbrauch von Plattenentschichter. Als neustes Projekt setzen wir Mikroorganismen zur Reinigung von Maschinenteilen ein. Dabei fallen keine Sonderabfälle mehr an.
IFRA: Was sind Ihre nächsten Zielsetzungen?
Stefan Krause: Die aktuelle große Aufgabe ist die Reduzierung der CO2-
IFRA: Wie wichtig ist die Mitarbeitermotivation und wie erreicht man Sie?
Stefan Krause: Unsere Mitarbeiter sind motiviert. Wichtig dabei ist natürlich, dass die Infrastruktur stimmt, dass also die Mitarbeiter von den Maßnahmen keine Nachteile in der täglichen Arbeit haben. Und wesentlich ist auch die persönliche Ansprache.
IFRA: Wenn ein mittelständisches Zeitungshaus sich stärker im Umweltschutz engagieren will, aber nicht recht weiß, wie es die Sache angehen soll und auch nicht über große finanzielle Mittel und das Personal verfügt, um die Sache groß aufzuziehen, welchen Rat würden Sie geben?
Stefan Krause: Das ist eher eine Frage der Zeit als des Geldes. Kein Umweltschutz bedeutet auch unwirtschaftliches Arbeiten. Informationen darüber, was vorgeschrieben und was machbar ist, gibt es zum Beispiel beim Bundesverband Druck und Medien, bei deren Umwelt-
Page first published: 19.02.2008


